Bienen in der Presse



Bienenvolk auf dem Hoteldach

Das «Royal York» in Toronto ist ein ökologischer Selbstversorger



Das «Royal York» in Toronto. (Bild: PD )

hag. Heisst jemand Jimson Bienenstock und arbeitet als Outlet-Direktor im altehrwürdigen Luxushotel Royal York in Toronto, dann hat man so seine Erwartungen an den Mann. Und die löst der smarte Kaderchef verblüffend authentisch ein.

hag. Heisst jemand Jimson Bienenstock und arbeitet als Outlet-Direktor im altehrwürdigen Luxushotel Royal York in Toronto, dann hat man so seine Erwartungen an den Mann. Und die löst der smarte Kaderchef verblüffend authentisch ein. Er ist nämlich – zusammen mit Chefkoch David Garcelon – Herr über sechs Bienenköniginnen und ihr summendes Sklavenvolk. Umzingelt von Wolkenkratzern, liefern die Bienenschwärme seit 2008 vom vierzehnten Stock des spektakulär gebauten Traditionshauses der Fairmont-Kette ihren süssen Obolus an die Gäste. Ein beachtlicher Obolus, denn die rund 300 000 Tierchen produzieren gut 365 Kilo Honig pro Jahr.

Honigbienen sind indes nicht der einzige Beitrag des «Royal York» zur Selbstversorgung. Auf dem Dachgarten des 1929 erbauten Hotels werden auch Kräuter, Beeren und Gemüse angebaut, von deren Blüten sich die Bienen bedienen können – und die sie ihrerseits bestäuben. Und sollte ihnen das Angebot nicht reichen, entschädigt ein Ausflug in die nahen Parkanlagen oder auf die vorgelagerten Toronto Islands reichlich. Die Pflege dieses Reiches obliegt jeweils den Lehrlingen der Kochkunst – und die sind offensichtlich stolz auf ihre Aufgabe. Auch das Wasser wird im «Royal York» in eigenen Anlagen aufbereitet. Der ökologische Effort ist nicht nur Selbstzweck. Er zaubert auch, wie wir erleben durften, einen geschmacklichen Mehrwert auf die Teller aus der hochdekorierten Sterne-Küche.

Die Bienen auf dem Dach des «Royal York» sind übrigens nicht die einzigen in Toronto. Das mag überraschen, ist doch die Stadt von einer kompakten Wolkenkratzer-Skyline geprägt. In diesen Häuserschluchten, so würde man annehmen, hat die Natur einen schweren Stand. Doch der Schein trügt. Die Stadt ist ein wahres Bienenparadies, und zwar nicht erst, seit 2006 auf dem Dach des Four Seasons Centre for the Performing Arts Bienen einzogen. Obwohl nämlich Toronto die private Bienenzucht verbietet, nimmt die Zahl der Bienenstöcke auf Balkonen und Stadtgärten stetig zu.

Ins «Royal York» übrigens kommt man nicht nur der Bienen wegen. Das Haus ist auch eine ideale Homebase für Sportsfreunde. Das Rogers Centre (Baseball und Canadian Football) sowie das Air Canada Centre (Basketball und Eishockey) liegen gleich um die Ecke.

www.fairmont.com/royalyork




NZZ Online , 10. März 2011, 18:14

Bienen-Sterben beunruhigt Vereinte Nationen

Bienenpopulation hat in Europa um bis zu 30 Prozent abgenommen



In manchen Gegenden sind bis zu 85 Prozent der Bienenschwärme Krankheiten oder der Umweltverschmutzung zum Opfer gefallen. (Bild: Imago )

Die Vereinten Nationen schlagen Alarm wegen des Bienen-Sterbens. In manchen Gegenden der nördlichen Erdhalbkugel seien in den vergangenen Jahren bis zu 85 Prozent der Bienenschwärme Krankheiten oder der Umweltverschmutzung zum Opfer gefallen.

(sda/afp)

Die Vereinten Nationen schlagen Alarm wegen des Bienen-Sterbens. In manchen Gegenden der stark industrialisierten nördlichen Erdhalbkugel seien in den vergangenen Jahren bis zu 85 Prozent der Bienenschwärme Krankheiten oder der Umweltverschmutzung zum Opfer gefallen.

Das schreiben Experten in einem Bericht, den das UN-Umweltprogramm UNEP am Donnerstag in Genf vorstellte. Es gebe mehr als ein Dutzend Faktoren, die den nützlichen Insekten schadeten, darunter Luftverschmutzung und der Einsatz von Pestiziden.

Zudem gebe es Parasiten, die nur die Bienen der nördlichen Halbkugel befallen, heisst es in dem Bericht. Darüber hinaus wirke es sich negativ aus, dass es weniger Blumenwiesen und in Europa auch weniger Imker gebe, die sich um die Bienenvölker kümmern.

Starker Rückgang im Nahen Osten

Die Art, wie die Menschen mit den Naturressourcen umgingen, «wird zum Teil unsere gemeinsame Zukunft im 21. Jahrhundert bestimmen», erklärte UNEP-Chef Achim Steiner. Er gab zu bedenken, dass von den 100 Pflanzenarten, mit denen die Menschen zu 90 Prozent ihre Ernährung bestreiten, mehr als 70 Arten von Bienen bestäubt würden.

Die Bestäubung ermöglicht die Fortpflanzung der Pflanzen. Laut UNEP ging die Bienenpopulation in Europa in den vergangenen Jahren um zehn bis 30 Prozent zurück und in den USA um 30 Prozent.

Im Nahen Osten betrug der Rückgang sogar 85 Prozent, erklärte Peter Neumann, Mitautor der ersten UN-Studie zur Bienenpopulation. In Südamerika, Afrika und Australien wurden hingegen keine grossen Rückgänge festgestellt.




Neue Zürcher Zeitung , 5. Januar 2011, 00:00

Bienenviren im Pollen

Erreger über Blüten übertragen

bef. Es bleibt rätselhaft, warum seit einigen Jahren vor allem in den USA im Winter viele Bienenvölker von einem Tag auf den anderen für immer und unauffindbar aus ihrem Stock verschwinden.

bef. Es bleibt rätselhaft, warum seit einigen Jahren vor allem in den USA im Winter viele Bienenvölker von einem Tag auf den anderen für immer und unauffindbar aus ihrem Stock verschwinden. Experten gehen davon aus, dass das als «Colony Collapse Disorder» (CCD) bezeichnete Symptom mehrere Ursachen hat, als eine davon wird die Ansteckung mit viralen Krankheitserregern vermutet. Über Art und Verbreitung der Viren ist jedoch noch vieles unklar. In einer neuen Studie kommen nun amerikanische Wissenschafter zum Schluss, dass einige der im Verdacht stehenden Bienenviren über Blüten und deren Pollen übertragen werden.¹

Die Forscher haben in Pollensäcken von Honigbienen und wilden Bestäubern wie Wildbienen und Hummeln fünf verschiedene infektiöse Bienenviren gefunden. Die genetischen Fingerabdrücke der auf den verschiedenen Insekten gefundenen Viren waren identisch, woraus die Wissenschafter schliessen, die Tiere hätten virusbefallenen Pollen voneinander auf Blüten aufgelesen. Damit zeigt die Studie einen neuen Übertragungsweg von Bienenviren. Wie bereits bekannt ist, können die Viren auch von den Bienen selbst oder beispielsweise von der Varroamilbe, einem Bienenschädling, übertragen werden. Diese Milben stünden jedoch bei der Verbreitung von CCD nicht im Vordergrund, sagt Vincent Dietemann vom Zentrum für Bienenforschung am Agroscope. Nicht alle Fälle von Bienensterben zeigten Anzeichen von CCD (unauffindbares Verschwinden). Bedeutender sei der Teil der Bienen, der wegen Varroa-Befalls im Stock eingehe. In der Schweiz seien bisher nur einzelne Verdachtsfälle von CCD aufgetreten. Bestätigte Fälle gebe es hier keine.


B E R I C H T   U Z   V O N   A N D R E A   S C H E L B E R T 

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