Faulbrut ( Amerikanische Faubrut)

D I E   F A U L B R U T 


Amerikanische Faulbrut - Bösartige Faulbrut

Bei der Amerikanischen Faulbrut handelt es sich um eine äußerst ansteckende, bakterielle Infektion der Bienenbrut, die zu ihrem Absterben führt.

Erreger: Paenibacillus larvae
Der Erreger kann in zwei Erscheinungsformen auftreten:a) als rundherum begeißeltes Stäbchen (Vermehrungsform)

b) Spore (widerstandsfähige Dauerform Krankheitsbild / "Klinische Symptome" am Volk: lückenhaftes Brutnest (Abb.links)

eingesunkene, löchrige, feucht glänzende Zelldeckel (Abb.rechts)

stehengebliebene verdeckelte Zellen

charakteristischer Geruch der schleimigen Masse nach Leim

entscheidend ist Zustand der Brut unter dem Zelldeckel

braune Masse in der Zelle - Streichholzprobe:

Streichholz in braun verfärbte Masse unter Zelldeckel stoßen; beim langsamen Herausziehen bildet sich ein langer, oft mehrere cm langer Faden (solange die Masse noch nicht eingetrocknet ist) (frisch abgestorbene Maden sind weißlich, noch nicht fadenziehend)



eingetrockneter Schorf sitzt fest am Zellgrund:Unterschied zu Europäischer Faulbrut: Schorf ist locker

Unterschied zu Ruhrschorf: nur im Bereich der Zellöffnunge




Diagnose im Labor:im Mikroskop: Sporen erst bei 1000facher Vergrößerung erkennbar

Färbung

Kulturen


Verbreitung im Volk: Verabreichung von sporenbelasteten Material durch Pflegebienen an Bienenlarven

Kontamination aller Beutenteile durch Sporen. Sporen finden sich in:

in Schorfen auf Waben

im Honig

im Pollen

auf Bienen (Haare)

in Bienen, in der Honigblase

im Wachsmottenkot Verbreitung von Volk zu Volk: Räuberei: Honigraub aus schwachen Völkern; auch "stille" Räuberei

Schwärme

Verflug von Bienen und Drohnen

Imker:

Verfütterung von fremden oder ausländischem Honig und Pollen

Wabentausch

Ablegerbildung aus erkrankten Völkern

Brutwabentausch (Verstärkung, Schröpfung der Völker)

Verwendung der selben Gerätschaft für verschiedene Völker und Stände

Vökermassierung an einem Standort oder in einem Gebiet

"Ausschleckenlassen" von Waben und Entdeckelungswachs Vorbeugung: keine fremden Völker, Waben und Gerätschaften ungeprüft auf Stand bringen

Völker nur nach vorgehender Brutkontrolle (wenn möglich am Stand) kaufen

fremde Schwärme unter „Quarantäne“ stellen, d.h. nicht am Heimatstand einschlagen

gebrauchte, gekaufte Beuten immer vor Benützung desinfizieren

fremden Honig und Pollen oder Auslandshonig nicht verfüttern

Bienenstände nicht in der Nähe von Gefahrenquellen (verwahrloste Bienenstände, Betriebe
die Auslandshonig verarbeiten, Mülldeponien oder Rastplätzen) aufstellen

Jährlich Futterkranzprobe entnehmen und untersuchen lassen Probeneinsendung: Brutwabenstück von mindestens 20x20cm mit verdächtiger Brut oder Schorfen

Honigkranz bzw. Honigzellen entfernen

Wabenstück(e) einzeln in Papier einschlagen

sicherheitshalber mit Plastikfolie umgeben

Kurzbericht, Name und Adresse in Schutzhülle beigeben

in druckfester Schachtel versendenBekämpfung / Sanierung:

Abtöten:alle Völker mit klinischen Symptomen (fadenziehende Brutreste)

geschwächte Völker

Völker mit mehr als 15 KBE/Honig-Untersuchungseinheit Kunstschwarmverfahren mit 2-tägiger HungerperiodeMöglicher Zeitraum der Durchführung: März - September

bei allen Völkern eines Standes, die zumindest für 1,5kg starke Kunstschwärme
verarbeitet werden können (Sammelkunstschwärme möglich)

im Spätsommer und Herst nur dann, wenn Völker ausreichend stark sind (mindestens 1,5kg Bienen/Kunstschwarm)

bei ausreichend starken Völkern Folgende Gegenstände sind für das Kunstschwarmverfahren vorzubereiten:Schwarmkiste oder Kartons (mit Lüftungsgitter)

Abkehrtrichter

Lötlampe mit Breitbrenner oder Heißluftpistole

Stockmeißel bzw. Wabenzange

saubere Abkehrbesen, nötigenfalls desinfiziert

Zerstäuber zum Besprühen der abzukehrenden Bienen

Smoker

Einweghandschuhe

ein Gefäß zum Reinigen der Hände und Abkehrbesen

desinfizierende Seife; eine Flasche eines geeigneten Desinfektionsmittel
(z.B.Superlysoform siehe Entkeimungsanleitung auf Flasche)

reichlich Zeitungspapier

große Säcke bzw. Kartons für auszuscheidende Waben und das zu verbrennende Material Durchführung des Kunstschwarmverfahrens mit 2-tägiger Hungerperiode: Kunstschwarmkiste mit aufgesetztem Abkehrtrichter neben oder hinter dem abzukehrenden Volk bereitstellen

Falls erforderlich: Einzelne Einheiten des betreffenden Volkes Abheben und auf bereitgelegtes Papier in Reichweite abstellen

Beute / Einheit öffnen

Waben ziehen, Bienen gut mit Wasser besprühen und in Abkehrtrichter schütteln bzw. fegen
- Achtung! Maximal 2.5 kg Bienen pro Kunstschwarmkiste, sonst Verbrausungsgefahr!

jede bienenleere Brutwabe sofort in einen bereitgehaltenen Entsorgungssack/ -karton geben, Honigwaben
in bienendichte Einheit zwecks späterer Schleuderung geben.

zuletzt Bienen aus Bodenbrett in Trichter schütteln

Kunstschwarmkiste fest auf Boden stoßen, Abkehrtrischter abnehmen, Deckel aufsetzten, Kunstschwarm
bis zum Abtransport in Schatten stellen.

Zügig und rasch arbeiten, damit es zu keiner Räuberei kommt. Mehrerere Helfer sind von Vorteil. Nach dem Abkehren jedes Volkes sind:leere Einheiten bienendicht zu verstauen

Hände und die verwendeten Geräte (Abkehrbesen, Schabermeißel, Zerstäuber) gründlich reinigen und entkeimen,
Einweghandschuhe in Müllsack sammeln

Standplatz gründlich reinigen und abflammen; anfallendes Gemülle sorgfältig sammeln und in Entsorgungssäcke geben Nach den AbkehrarbeitenKunsschwärme verladen und an Platz der Kellerhaft transportieren. Für ausreichende Lüftung sorgen! Verbrausungsgefahr!

Kunstschwärme nicht füttern

2 Tage Kellerhaft der Kunstschwärme bis zum Absterben der ersten Bienen
(sporenbelastete Honigvorräte sollen aufgebraucht werden) Nach der KellerhaftEinschlagen der Kunstschwärme auf Mittelwände in neue oder desinfizierte Beuten

Aufbau der sanierten Völker und Honigraumgabe nur mit Mittelwänden

ausschließlich Mittelwände aus wachsverarbeitenden Betrieben verwenden! Keine eigene Wachsverarbeitung!

Auffütterung ausschließlich mit Zuckerwasser oder Apiinvert (keinen Honig verfüttern!) Desinfektions- und Reinigungsarbeiten

Waben
alle Brutwaben mitsamt den Rähmchen verbrennen

alle brutfreien Waben und Vorratswaben ausschneiden. Als Seuchenwachs deklariert einem
wachsverarbeitenden Betrieb zuführen

Rähmchen der ausgeschnittenen Waben verbrennen Beuten / GeräteWachs und Propolisreste abkratzen oder mittels Dampstrahler reinigen

Abflammen der Holzteile (Beuten) mit Lötlampe oder Heißluftpistole

Auskochen der Beuten und Geräte (Stockmeißel, Futtergeschirr, Honigschleuder) in heißer, 2-5%iger Natronlauge

Achtung: Verätzungsgefahr! Schutzbrille, Schutzhandschuhe, Gummistiefel

Beuten und Geräte mit klarem Wasser nachspülen

Desinfektion der Honigschleuder und aller Geräte und Gefäße, die bei der Honiggewinnung und der Behandlung der Völker Verwendung finden Wabenschrank und Bienenhaus/Bienenstand: besonders gründlich desinfizieren (nicht abflammbare Teile mit Lauge reinigen)

vor dem Bienenstand Boden bis zu drei Meter Abstand mit Ätzkalk behandeln (ein Kilogramm Ätzkalk auf 5 Liter Wasser)
und mit einer Schicht frischer Erde oder Sand überdecken Honig: bienensicher verwahren, auf keinen Fall verfüttern! Kennzeichnung als Faulbruthonig! Medikamentöse BehandlungIn Deutschland ist derzeit kein Medikament zur Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut zugelassen. Falls vom
Amtstierarzt eine medikamentöse Behandlung vorgeschrieben wird, ist folgendes zu bedenken:

Die medikamentöse Behandlung der faulbrutkranken Völker ohne Einhaltung der vorher angeführten Maßnahmen
bringt keinen Sanierungserfolg.

Abgesehen von der äußerst unsicheren Wirkung einer Anwendung von Sulfathiazol in Völkern mit Waben und Vorräten,
kommt es zu Rückständen von Sulfathiazol im Honig. Dieser darf nach dem Lebens- bzw. Futtermittelgesetz nicht
in Verkehr gebracht und auch nicht an Bienen verfüttert werden.

Die unsachgemäße Anwendung eines Sulfonamides oder anderen Antibiotikums führt zu einer Verschleierung des
Krankheitsbildes und zu einer weiteren, oft jahrelangen Verschleppung der Amerikanischen Faulbrut über weite Gebiete.

Untersuchungen mittels Agardiffusionstest hinsichtlich der Wirkung von Sulfathiazol auf verschiedene Bacillus larvae-Stämme
aus Österreich, die am Institut für Bienenkunde durchgeführt wurden, deuten massiv auf eine Resistenz gegenüber
Sulfathiazol hin. Die Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut ist in vielen europäischen Ländern, wie in Deutschland, der Schweiz,
den Niederlanden und in Dänemark auf betriebstechnische Maßnahmen beschränkt.


WICHTIGER HINWEIS
Nur die konsequente Durchführung aller Maßnahmen führt zu einem dauerhaften Sanierungserfolg! Werden einzelne Teile der empfohlenen Sanierungsmaßnahmen weggelassen, sinkt der Sanierungserfolg, und die Gefahr eines erneuten Aufflammens der Seuche steigt.Die Bekämpfung der Amerikanischen Faulbrut ist aufgrund der Anzeigepflicht durch den Amtstierarzt anzuordnen und nur unter seiner Anleitung durchzuführen.


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